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Leseprobe Souverän und Selbstbewusst

Souverän & selbstbewusst

LESEPROBE | > Selbstzweifel kennt jeder

Es gibt wohl keinen Menschen mit einer gesunden Psyche, der nicht irgendwann einmal Selbstzweifel hat. Es gehört zum Menschsein dazu, sich in bestimmten Situationen unsicher zu fühlen, nicht genau zu wissen, was jetzt das Beste wäre oder auf dem Holzweg zu sein mit seinen Gefühlen und Wünschen. Mitunter führen Selbstzweifel auch zu einer Anregung, die unser Leben bereichert und positiv verändern kann. Ohne Selbstzweifel würden wir im Alten verharren.

Warum also ein Buch, wie wir gelassener mit Selbstzweifeln umgehen können? Weil Selbstzweifel mitunter so stark werden können, dass sie unser Verhalten und Fühlen negativ beeinflussen. Auf diese Weise verhindern sie unsere Weiterentwicklung und lassen uns in seelsicher Not stagnieren. Jeder Impuls wird gebremst durch die Frage: Kann ich das, darf ich das, ist das richtig? Selbstzweifel schwächen unser Selbstwertgefühl und untergraben sowohl das Vertrauen zu uns selbst als auch zu anderen Menschen.

Vertrauen ist jedoch eine wichtige Basis, um im Leben zu bestehen und Angst und Unsicherheit auszuhalten oder erst gar nicht aufkommen zu lassen. Selbstvertrauen bedeutet, Sicherheit in sich selbst zu finden, sich auf sich selbst zu verlassen und sich als die Person zu schätzen, die man ist. Diese Fähigkeit hängt stark mit unserem Selbstwertgefühl zusammen: je besser dieses ausgeprägt ist, umso positiver schätzen wir uns ein und umso gelassener können wir mit unseren Selbstzweifeln umgehen.

Die positive Bedeutung von Selbstzweifeln
Wie wir bisher gesehen haben, hindern uns Selbstzweifel daran, ein stabiles Selbstwertgefühl zu entwickeln, unsere Kompetenz wertzuschätzen und Lebensfreude zu spüren. Eine Möglichkeit, gelassener mit ihnen umzugehen, besteht darin, ihre positive Bedeutung für uns nutzbar zu machen.

Selbstzweifel sind nämlich auch ein Zeichen für Kritikfähigkeit im Sinne von Selbstreflexion und daher unabdingbar für unsere persönliche Entwicklung. Wenn wir bereit sind, unsere Schattenseiten wahrzunehmen und anzuerkennen, kann ein konstruktiver Prozess einsetzen. Unter Schattenseiten versteht man all jene Anteile, die wir verleugnen oder auf andere projizieren, weil wir sie an uns ablehnen. Das kann Unpünktlichkeit sein, Launenhaftigkeit, Empfindlichkeit, Überheblichkeit, Unsicherheit und vieles mehr. Lieber bekämpfen wir das Negative im anderen, als sie als Teil von uns anzuerkennen, da sie Anlass sein können für Selbstzerfleischung und Entwertung. Trotzdem begegnen uns unsere Schattenseiten immer wieder. Statt sie mit Überheblichkeit zu überspielen, können wir unser Verhalten überdenken und uns fragen, warum wir bestimmte Dinge machen, obwohl sie uns nicht gut tun, wir ein negatives Verhalten zeigen, obwohl es unserer Beziehung schadet und welche Ursachen diese Destruktivität haben kann. Oft liegen die Gründe darin, dass wir nicht im Lot mit uns sind, weil viele Bedürfnisse zu kurz kommen oder wir zu wenig auf uns achten.

Eine weitere positive Bedeutung von Selbstzweifeln besteht im Infrage stellen des Bisherigen. Das kann neue Impulse geben und dazu führen, dass wir einen anderen Weg einschlagen und ungeahnte Entscheidungen treffen. Selbstzweifel lassen uns alte, ausgetretene Pfade verlassen und geben uns Hilfe bei der Neuorientierung.

Ist meine Arbeit noch die, die mich wirklich fordert und erfüllt? Mache ich wirklich das, was ich kann und mich zufrieden stellt? Oder verdiene ich einfach mein Geld und tue halt, was von mir gefordert wird? Fühle ich mich noch wohl an dem Ort, an dem ich arbeite oder hat sich so viel verändert, dass es mir nicht mehr passt?

Habe ich genug Freizeit und mache ich das, was mir gut tut und Spaß macht? Ist es richtig, auch am Wochenende zu arbeiten oder sollte ich daran etwas ändern?

Paare können ihre Beziehung reflektieren: Leben wir das, was wir uns vorgestellt haben, sind wir zufrieden oder spüren wir unseren Frust und unsere Lust vor lauter Alltag gar nicht mehr? Ist es richtig, die Beziehung aufrecht zu erhalten oder sollten wir uns trennen, weil wir uns nicht gut tun?

Souverän und selbstbewusst
Stellen Sie sich vor, Sie wären plötzlich souverän und nicht Ihre Selbstzweifel würden Ihr Leben bestimmen, sondern Ihr Selbstbewusstsein.

Was würden Sie dann heute anders machen? Vielleicht würden Sie ein Projekt anpacken, das Sie schon immer mal verwirklichen wollten, aber sich bisher nicht trauten? Oder Sie würden ganz spontan jemanden anrufen, um zusammen auszugehen? Oder Sie würden Ihrem Partner etwas sagen, was Ihnen schon lange auf dem Herzen liegt, das Sie aber bisher lieber verschwiegen haben?

Die Liste der Dinge, die Menschen tun würden, wenn sie sich selbstbewusst fühlen, wäre lang. Das heißt umgekehrt, dass wir vieles nicht leben, was uns wichtig ist, nur weil wir an uns zweifeln und uns nichts zutrauen. Denn je größer die Selbstzweifel sind, umso unsicherer fühlen wir uns.

Dieses Buch möchte Ihnen Wege aufzeigen, wie Sie Ihr Selbstbewusstsein stärken und Ihre Selbstzweifel abbauen können.

Das Ziel ist sicher nicht, keine Angst mehr zu haben oder alle Selbstzweifel abzuschaffen. Nein. Das Ziel ist, unnötige Ängste zu erkennen und sie nicht übermächtig werden zu lassen, Zweifel über uns und unser Tun in konstruktive Selbstkritik zu verwandeln, unsere inneren Kräfte zu mobilisieren und für uns einzusetzen. Um am Ende sagen zu können: ich bin souverän und selbstbewusst.

Sharon Jones, Soul Sängerin bringt es auf den Punkt:
> Ich habe gelernt, meinen Wert nicht nach Äußerlichkeiten zu bemessen. Sonst hätte ich mich längst aufgegeben: zu klein, zu schwarz, zu fett. Meine Mutter sagte immer: Zeig dich, mein Mädchen, dann spürst du, was du wert bist. <

 

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Paperback | Kösel Verlag  |  EUR 14,99  |  ISBN 978-3-466-31028-9
eBook  |  EUR 11,99 |  ISBN 978-3-641-14316-9
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